Gelungene Praxisbeispiele aus Baden-Württemberg
Prävention und Konfliktlösung
Der Umgang mit dem Biber stellt Kommunen, Landnutzende und Fachstellen immer wieder vor praktische Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen zahlreiche Beispiele aus Baden-Württemberg, dass Konflikte lösbar sind und sich ökologische Leistungen des Bibers mit Nutzung und Infrastruktur vereinbaren lassen.
Die hier vorgestellten Praxisbeispiele machen deutlich, wie durch frühzeitige Beratung, gezielte Maßnahmen und Zusammenarbeit vor Ort tragfähige Lösungen entstehen. Sie zeigen, dass Bibermanagement in der Praxis funktioniert – sachlich, verhältnismäßig und angepasst an die jeweilige Situation.
Ziel dieser Beispiele ist es, Erfahrungen sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und Mut zu geben, neue Wege zu gehen. Denn erfolgreiche Lösungen entstehen dort, wo Wissen geteilt und gemeinsam gehandelt wird.
Biberfamilie in Ausgleichsbiotop
Ausgleichsflächen in Öhringen -Hohenlohekreis
Ausgangssituation:
Vor den Toren der Stadt existieren bereits seit über 25 Jahren 4 ha Ausgleichsflächen an einem Bach, die für eine Ortsumgehung geschaffen worden sind. Diese waren ökologisch nicht besonders hochwertig, da selbst die Auwald- und Schilffflächen zu trocken waren.
Ist-Situation:
Seit 5 Jahren lebt dort nun eine Biberfamilie, die mind. 8 Dämme unterhält. Durch den Rückstau werden nun die Ausgleichsflächen vernässt. Die Biber haben in der größten Fläche ein weitverzweigtes Grabensystem mit einem See angelegt. Zudem fließt nun durch eine vorher angelegte Rinne, die bisher nur bei höheren Abflüssen Wasser führte, nun dauerhaft Wasser, so dass sich hier ein zweiter Bachlauf gebildet hat. Auch eine Nasswiese ist am Entstehen, wo vorher nur Brennnesseln wuchsen.
Es gibt sehr viele unterschiedliche Strukturen.
Noch gibt es aufgrund der zu dichten Bewirtschaftung an den Randzonen immer mal wieder kleinere Konflikte, die bisher immer gelöst werden konnten und die vielleicht dauerhaft durch Flächenankauf oder Stilllegungen gelöst werden können.




